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Lichterfelde Süd - ein Rückblick

Die Parks Range und ihr Umfeld vom Mauerbau bis zum Mauerfall

Vorbemerkung

Das Berliner Stadtgebiet südlich der Thermometer-Siedlung zwischen Réaumurstraße/Landweg, Bahntrasse, Osdorfer Straße und Stadtgrenze ist der letzte fast noch unbebaute Rest der Giesensdorfer Feldmark. Vormals Acker- und Grünland, von einigen Gräben durchzogen und mit einzelnen Pfuhlen durchsetzt, gehörte es den Bauern der heute fast vergessenen selbstständigen Gemeinde Giesensdorf, die sich längs des heutigen Ostpreußendamms etwa zwischen Lindenstraße und Giesensdorfer Straße erstreckte. Dieser fast noch unbebaute Rest ist schon wiederholt Objekt großer und immer wieder gescheiterter Projekte gewesen. Um 1900 wuchs die Absicht, hier eine Gartenstadt für wohlhabende Berliner zu errichten. Das Vorhaben scheiterte an der Verarmung weiter Bevölkerungskreise nach dem 1. Weltkrieg. Im Zuge der Speerschen Planung zum Umbau von Berlin zur „Welthauptstadt Germania“ sollte das Reichsbahnausbesserungswerk Tempelhof hierhin verlagert und zur „Reichslokomotivenschmiede“ ausgebaut werden. Außerdem sollten alle Eisenbahnversuchsanlagen des Reiches hier konzentriert werden. Das Projekt scheiterte am ausbleibenden „Endsieg“ im 2. Weltkrieg. Um 1980 wollten Senat und Bezirksamt hier ein großes Industriegebiet entwickeln. Eine AluminiumSchrottschmelze und ein Steinmahlwerk, die hier bereits in einer rechtlichen Grauzone angesiedelt worden waren, ließen nichts Gutes erwarten und so scheiterte diese Planung auch am massiven Widerstand der Anwohner. Nach der Wende sollte hier gehobenes Wohnen vor allem für zuziehende Bonner entstehen. Die hatten aber keine Lust auf Landluft neben der Thermometer-Siedlung sondern strebten in urbanere Wohnquartiere. Danach reüssierte auch die österreichische CA Immo AG nicht mit ihrem Projekt, dort vor allem einen großen 18-Loch-Golfplatz anzulegen. Selbst die Schlapphüte aus Pullach überlegten kurz, ob sie statt in die turbulente Mitte nach Lichterfelde Süd ziehen sollten. Inzwischen gehört die Immobilie fast gänzlich der Groth-Gruppe, die auf einer Teilfläche von ca. 39 Hektar bis 2.700 Wohnungen errichten möchte, vor allem in Form von Wohneigentum. Die bisher bekannte Planung führte zu massiven Eingriffen in Lebensräume streng gesetzlich geschützter Arten. Die vorhandene und kaum erweiterbare Verkehrsinfrastruktur wäre dem zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsaufkommen absehbar nicht gewachsen. Außerdem scheinen die bestehenden sozialen und infrastrukturellen Defizite in der benachbarten Thermometersiedlung, die als „sozialer Brennpunkt“ gilt, kaum bei der Planung bedacht worden zu sein.

Die Amerikaner in Lichterfelde Süd

Ab 1953 nahm die Berlin-Brigade der U.S. Army das Gebiet in Lichterfelde Süd bis auf einen Randstreifen längs der Réaumurstraße/Landweg und der Bahntrasse und zunächst auch ohne die Südspitze, die erst 1975 dazu kam, als militärisches Übungsgelände in Anspruch. Unter anderem in der Doughboy City wurde unter Beteiligung von Panzern und Hubschraubern der Häuserkampf geübt. Auf alten Berliner Stadtplänen erschien dieser Ort als „Geisterstadt“. Im Süden entstand eine Hügellandschaft, um dem „Osten“ den Einblick in das Gebiet zu erschweren. In diesen Hügeln lagen sich alsbald „Apachen“ und „Sioux“ im Stellungskrieg gegenüber. Laufgräben zeugen noch immer von diesen militärischen Spielereien. Das ab 1975 rund 70 ha große Gebiet trug in Erinnerung an den ersten amerikanischen Stadtkommandanten Generalmajor Floyd Lavinius Parks den Namen Parks Range. 1994 gaben die Amerikaner diese Fläche endgültig auf, nicht ohne zuvor die Dougboy City  abzutragen. Seither nahm die Natur dieses Gebiet in Besitz und brachte eine überraschende Vielfalt von Flora und Fauna hervor. Hier weidende Pferde bemühen sich seither, als Landschaftspfleger eine fortschreitende Verbuschung und Verwaldung in Grenzen zu halten. Ein drei Meter hoher noch vom Bundesamt für Besatzungslasten finanzierter Militärzaun schließt die ehemalige Parks Range noch immer nach außen ab.

Die Mauer erreicht auch Lichterfelde Süd

Die Berlin-Blockade vom 24. Juni 1948 bis zum 12 Mai 1949 erwies sich aus „östlicher Sicht“ politisch als Fehlschlag. Nur wenige Westberliner nahmen das Angebot des „Ostens“ an, sich in Ostberlin registrieren zu lassen und sich dort mit Lebensmitteln eindecken zu können. So vergammelten unter anderem größere Mengen an Frischfleisch in Ostberlin, weil ausreichende Kühlmöglichkeiten fehlten und die Westberliner sich einfach das Fleisch nicht abholten. Die Berlin-Blockade scheiterte an der Luftbrücke der westlichen Alliierten und an dem Selbstbehauptungswillen der West-Halbstadt. Aus Besatzern wurden dabei Freunde und aus der „Nazi-Hauptstadt“ ein „Leuchtfeuer der freien Welt“.  Fortan richtete sich das Bestreben der östlichen Machthaber vor allem darauf, den „Freiheitsbazillus“ mit seinem Seuchenherd Westberlin einzudämmen und zu isolieren. Reisende zwischen der damals gerade entstandenen DDR und Westberlin sowie selbst  der „Hauptstadt“ wurden beim Grenzübertritt von den „Ostorganen“ zunehmend gefilzt. Entsprechende Kontrollen zwischen dem Ostsektor und Westberlin verhinderte seinerzeit noch der Viermächte-Status der geteilten Stadt. Diesem Kontrollbedürfnis des „Ostens“ fielen zunehmend die Verkehrsverbindungen zwischen dem Umland und Westberlin zum Opfer.

Die Straßenbahnlinie 96

Seit 1888 verband eine zunächst dampfgetriebene und ab 1907 elektrifizierte Straßenbahn Lichterfelde mit Teltow. Ab 1930 trug sie den Namen 96. Nach dem Ende des 2.  Weltkrieges verkehrte sie ab dem 24. Januar 1946 zwischen dem SBahnhof Tempelhof und der Kleinmachnower Schleuse und verband damit die Berliner Ortteile Tempelhof, Lankwitz, Lichterfelde Ost und –Süd mit Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow. Nachdem es in Berlin seit Mai 1948 zwei unterschiedliche Währungen gab, wechselten sich in Berlin beim Grenzübertritt öffentlicher Verkehrsmittel West- und Ost-BVG-Schaffner ab. Auf der Strecke der 96 außerhalb von Berlin vertrat ein Westschaffner mit einer Ostgeldtasche den Ostkollegen. Ein Zwischenfall an der Stadtgrenze in Rudow, dort war ein Westschaffner mit einer Ostgeldtasche verhaftet worden, führte 1950 dazu, das die Linie 96 in zwei Teilstrecken zerfiel, die auf beiden Seiten vor der Stadtgrenze endeten, sodass die Fahrgäste zu Fuß die Grenze überschreiten mussten. Am 13. August 1961 fiel diese Verkehrsverbindung endgültig weg. Auf Teltower Seite wurde die Straßenbahnlinie zwischen Ruhlsdorfer Platz und Seehof am 31. Oktober 1961 eingestellt. In Berlin verkehrte die 96 noch bis 1966. Mit ihrer letzten Fahrt am 2. Mai 1966 verschwand sie als vorletzte Straßenbahn aus der West-Halbstadt. Heute verbindet die Buslinie 117 Lichterfelde Ost mit Teltow und Kleinmachnow. (Quelle: Berliner Verkehrsseiten – Online Magazin der Berliner Verkehrsgeschichte)

Grenzgänger

Menschen, die im „Westen“ arbeiteten, aber im „Osten“ wohnten oder umgekehrt waren auf beiden Seiten unbeliebt und wurden hier wie dort politisch und moralisch und z. T. auch wirtschaftlich drangsaliert. 1948 arbeiteten rund 122.000 Grenzgänger im „Osten“ und etwa 76.000 im „Westen“. Eine Zeitzeugin berichtet, die Berliner Stadtgrenze an der Schwelmer Straße sei damals täglich von Hunderten von Grenzgängern benutzt worden. Die DDR-Behörden versuchten diesem täglichen Strom von Arbeitskräften nach Berlin durch verschärfte Kontrollen und durch zeitweiliges Schließen des Grenzübergangs Herr zu werden, bis sie dann mit dem Bau der Mauer eine abschließende Lösung fanden. Die Grenzgänger waren wohl auch das Stammpublikum des Kinos Odeon am Ostpreußendamm (heute eine Diskothek), wo sie mit Ostgeld bezahlen konnten. Das Kino schloss dann kurz nach dem Mauerbau.

Der Fall Walter Linse

Der Jurist Walter Linse, der aus Chemnitz stammte, war Wirtschaftsleiter im „Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen“. Der „Ausschuss“ beriet in seinen Westberliner Geschäftsräumen im Laufe seiner Tätigkeit tausende DDR-Bürger, die sich durch die DDR-Behörden in ihren Rechten verletzt fühlten und sammelte dabei Material für Anklagen gegen DDR-Amtsträger nach einem Machtwechsel aber auch Informationen, die für westliche Geheimdienste interessant schienen. Deshalb wurde die Tätigkeit des Ausschusses aus solchen Quellen mitfinanziert. Walter Linse ist am 8. Juli 1952 im Auftrage der Staatssicherheit der DDR vor seinem Wohnhaus in Lichterfelde West, Gerichtsstraße 12 (heute Walter-Linse-Straße) auf dem Weg zu seiner Arbeit niedergeschlagen, in ein Bein geschossen und in ein Auto gezerrt worden, das ihn dann über den Ostpreußendamm in Richtung Teltow entführte. Nach diesem Vorfall verstärkte man auch auf Westberliner Seite am Ostpreußendamm die Grenzkontrollen. Walter Linse wurde am 15. Dezember 1953 in Moskau hingerichtet. Bei dem Todesurteil spielte sicherlich keine Rolle, dass Walter Linse nach 1933 in der IHK Chemnitz an der Arisierung jüdischer Betriebe mitgewirkt hatte.

Einreiseverbot für Westberliner in die DDR

Ab 1952 bedurften Westberliner für Besuche in der DDR einer vorhergehenden Genehmigung. Das Genehmigungsverfahren kam nahezu einem Einreiseverbot gleich. Ab diesem Jahr entstanden an der Grenze von Berlin zum Umland die ersten Sperranlagen. Weil die Besuchsregelungen für Westberliner damals für Westdeutsche nicht galten, besorgten sich findige West-Halbstädter einen zusätzlichen westdeutschen Wohnsitz und entsprechende Papiere, um weiter in die DDR reisen zu können.

Die Fernbahn

Nach Kriegsende demontierte die sowjetische Besatzungsmacht auf fast allen Bahnstrecken ihrer Zone die zweiten Gleise und verbrachte dieses Material in die UdSSR. Mitte Juni 1945 nahm die Reichsbahn wieder einen ersten, bescheidenen Personenverkehr zwischen Lankwitz und Jüterbog auf. Nachdem die Brücke über den Teltowkanal provisorisch wieder hergestellt war, erreichte der erste Fernzug am 21. August 1945 wieder den Anhalter Bahnhof. Am 24. Dezember 1945 wurde ein Vorortverkehr zwischen Lichterfelde Süd und Ludwigsfelde aufgenommen. Die letzten Fernzüge aus der DDR erreichten am 18. Juli 1952 Lichterfelde Ost und den Anhalter Bahnhof. Danach wurden diese Bahnhöfe für den Fernverkehr geschlossen. Nach der Wende rollte der erste Fernzug erst wieder am 28. Mai 2006 über die Anhalter Bahn.

Die S-Bahn

Die S-Bahnstrecke nach Lichterfelde Süd war von Demontagen durch die sowjetische Besatzungsmacht verschont geblieben. Ein erster Verkehr begann auf einer Teilstrecke am 2. August 1945 und erreichte am 17. August 1945 wieder Lichterfelde Süd. Nach Teltow kam die S-Bahn am 7. Juli 1951. Gleichzeitig wurde die Endhaltestelle der Vorortbahn von Ludwigsfelde nach Berlin von Lichterfelde Süd nach Teltow zurückgenommen. Ab 1948 gab es immer wieder Absichtsbekundungen der Reichsbahn, die S-Bahn über Teltow hinaus bis Ludwigsfelde zu verlängern. Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 fanden diese Pläne ihr Ende. Gleichzeitig wurde der S-Bahnverkehr zwischen Lichterfelde Süd und Teltow unterbrochen. Am 9. Januar 1984 ging die S-Bahn in Westberlin nach einer langen Stagnationsphase in die Zuständigkeit des Senats über. Am 8. Januar 1984 erreichte der letzte S-Bahnzug der Reichsbahn Lichterfelde Süd. Die nächste S-Bahn sollte erst wieder 1998 dort eintreffen. Inzwischen fährt sie auch wieder bis Teltow. Pläne zu einer Verlängerung bis Ludwigsfelde sind nicht bekannt.

Der Güteraußenring

Um Berlin von durchrollenden Güterzügen zu entlasten, hatte man schon vor Jahrzehnten einen Güteraußenring (GAR) um die Stadt gebaut, der nur auf kleinen Teilstrecken in Lichterfelde Süd, Lichtenrade und Rudow Westberliner Gebiet tangierte. Ab 1946 verkehrten auf dieser Strecke Personenzüge zwischen Teltow und dem Ostsektor von Berlin. Als für 1951 die III. Weltjugendfestspiele in der „Hauptstadt der DDR“ bevorstanden, erschien es den Oberen dieses Staates untragbar, dass Eisenbahnzüge mit Besuchern dieser Spiele auch nur auf kleinen Strecken über Westberliner Gebiet fahren sollten. Unter Rückgriff auf Pläne von vor dem 1. Weltkrieg wurde deshalb in aller Eile südlich von Berlin eine neue Umfahrungsstrecke gebaut, die auch tatsächlich rechtzeitig fertig geworden ist. Der letzte Zug über den GAR von Teltow in den Ostsektor verkehrte im Juni 1951. Soweit das Gleis dieser Strecke die Parks Range durchquerte, wurde es 1975 abgebaut. (Quellen zum Bahnverkehr u. a. Peter Bley, Eisenbahnen auf dem Teltow, Berlin 2008)

Der Osdorf-Teltower-Weg

Dieser Weg ist auf alten Karten als Bestandteil eines überörtlichen Wegenetzes ersichtlich. Lokal verband er Teltow mit Osdorf. Immerhin war er so bedeutsam, dass er die Anhalter Bahn mittels eines beschrankten Überganges überquerte. Im Schlagschatten des „antifaschistischen Schutzwalls“ und weil er dann auch im Sperrbereich der Parks Range lag, wurde dieser Weg vergessen. Heute existiert er nur noch im Grundbuch und steht im Eigentum des Landes Berlin. Sein lokales Ziel, Hofgut und Siedlung Osdorf, verschwand 1968 bis auf eine Scheune aus der Landschaft, um freies Schussfeld zu schaffen.

Maueropfer

Opfer das Maubaus am 13. August 1961 waren nicht zuletzt die Menschen, die auf ihren beiden Seiten lebten, arbeiteten und wohnten. Nach offizieller Zählung starben aber auch mindestens 136 Menschen an der Mauer, davon mindestens 50 an der Umlandgrenze von Berlin.

Am 14. April 1981 wurde Hans-Jürgen Starrost bei einem Fluchtversucht in Teltow Sigridshorst angeschossen. Nach stundenlangen Verhören starb er zwei Tage später an seinen Verletzungen in einem Potsdamer Krankenhaus. An ihn erinnert eine Stele in der Kirschbaumallee.

Roland Hoff wurde am 29. August 1961 im Teltowkanal erschossen als diesen in Richtung Wupperstraße durchschwimmen wollte.

Klaus Garten wurde am 18. August 1965 in Teltow-Seehof, noch bevor er den Kanal erreichte, von drei Kugeln getroffen und starb in der gleichen Nacht infolge des Blutverlustes. Eine Stele am Ende der Paul-Gerhardt-Straße Richtung Kanal in Teltow erinnert an ihn. (Quelle: Wo die Flucht endete – Nachrichten aus PotsdamMittelmark, http://www.pnn.de/pm/442539/)

Aus dem Gebiet, an dem die damalige Parks Range unmittelbar an die Stadtgrenze heranreichte, sind dem Verfasser Fluchtversuche nicht bekannt. Der Militärzaun um dieses Gelände wirkte unbeabsichtigt wie eine zusätzliche Grenzsicherungsanlage.

Mauerfall in Lichterfelde Süd

Am Südende des Ostpreußendamms schien lange Zeit die Welt zu Ende. Am 14. November begannen dort  Uniformträger, von der DDR-Seite aus die Grenzanlagen abzuräumen. Auf Nachfrage gaben sie sich als Bausoldaten zu erkennen. In diesen Einheiten leisteten Wehrpflichtige aus der DDR, die den Dienst an der Waffe ablehnten, ihren Wehrdienst ab. Ein Anwohner spendierte für das gute Werk einen Kasten Mineralwasser. Kaum, nachdem die Bausoldaten abgezogen waren, schwappte eine Menschenmenge, Junge und Alte, von Lichterfelde Süd nach Teltow-Seehof hinüber. In der Mitte der heutigen Lichterfelder Allee lagen noch die Gleise der früheren Straßenbahnlinie 96. Seinerzeit erinnerte der Name der Straße an den westdeutschen  Philipp Müller, der als DKP-Mitglied den Berufsverboten unterfallen war. Ein erster Eindruck auf Teltower Seite war alsbald  der intesive Geruch nach verbrannter Salzkohle, der in der DDR als Hausbrand diente. Der Geruch verbrannter Salzkohle und des in den Interflug-Flugzeugen verwendeten Desinfektionsmittels Lysol sind für mich bis heute mit meiner Erinnerung an die untergegangene DDR verbunden. Schon tief Teltow, dessen Einwohner unsichtbar blieben, dann doch von dem einen oder anderen die bange Frage, was mache ich nun – ohne mitgeführten Personalausweis – wenn uns  die Grenzorgane abfangen, doch allen gelang dann unbehelligte Rückzug ins heimatliche Lichterfelde.

Nach dem 14. November 1989 etablierte sich die Staatsmacht der noch real existierenden DDR für wenige Tage mit einem einzelnen Uniformträger in einem Wachhäuschen an der noch vorhandenen Grenze. Der bedauernswerte Mann wurde bestenfalls ignoriert und bald von seinem undankbaren Posten abberufen.

Kurze Tage nach dem 14. November kam dann eine Gärtnereigenossenschaft aus Teltow zu einem offenbar angekündigten Gegenbesuch nach Lichterfelde Süd. Schüler der Giesensdorfer Grundschule hatten sich an der Schwelmer Straße aufgestellt und meine damals achtjährige Tochter durfte Grußworte sprechen. Bald entwickelte sich ein Hinüber und Herüber. Menschen an der  ehemaligen Staatsgrenze entdeckten sich als Nachbarn. Gutsituierte Beamtengattinnen stürmten alsbald die Kaufhalle und den Brotladen in Teltow, um sich preisgünstig mit noch staatlich subventionierten Lebensmitteln einzudecken. Auf dem Bolzplatz an der Lippstädter Straße wollten Kinder aus Teltow dunkler Häutige nicht mehr mitmachen lassen, wurden aber den Hiesigen in die Schranken verwiesen: „Die gehören schon länger zu Deutschland als ihr!“ Lange ist es her.

Erinnern und nicht vergessen

Der Bau der Mauer wie ihr Fall und auch die Berlin-Blockade haben sich tief in das gemeinsame Bewusstsein zumindest aller älteren Berliner wie der Bewohner in der Brandenburger Nachbarschaft eingeprägt. Deshalb sollte die Erinnerung an diese Ereignisse und an die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, die diese Ereignisse hervorbrachte, an die nachwachsenden Generationen weitergegeben werden. Lichterfelde Süd, die ehemalige Parks Range, ist ein guter Ort für ein solches Erinnern. Ein Landschaftspark auf diesem Gebiet, der den Schutz der Natur mit Naturerleben verbindet und mit der schon in Brandenburg gelegenen Kirschbaumallee, der dortigen „Grünen Stadtkante“ und dem Osdorfer Wäldchen zu eine gemeinsamen Naherholungsregion für Berliner und Brandenburger zusammenwächst, wäre wohl nicht die schlechteste Form eines solchen Erinnerns.
 
V.i.S.d.P.: Gerhard Niebergall

 

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